Warum Flugsimulation - worin
liegt die Faszination ?
Der eine oder andere, welcher diese Seiten zum ersten Mal besucht, wird
sich fragen: "Was ist das Besondere an dieser Art Simulation?" oder "Warum
begeistert das virtuelle Fliegerleben immer mehr Menschen?" oder noch
krasser: "Was sind das für welche, die sich vor den PC hocken, um zu
fliegen? ...". Die sind ganz "normal", nur soviel vorweg!
Dieser Artikel soll all denen einen kurzen
Einblick geben, die in der Welt der virtuellen Airports und Flugplätze,
Flugrouten, der Navigation, und nicht zuletzt der Flugzeuge selbst noch
nicht zu Hause sind.
Von Kindesbeinen an ist es der Traum vieler (zugegebenermaßen
hauptsächlich männlicher Geschöpfe), entweder Polizist, Feuerwehrmann,
oder Pilot zu werden. Die ersten beiden Berufe erscheinen erreichbar,
verlieren mit zunehmendem Alter und Einblick in die Realität für die
meisten an Attraktivität.
Beim Beruf des Piloten ist dies sicherlich anders. Hier sieht die
Realität wohl eher so aus, dass viele die Hürden, die es zu nehmen gilt,
bis man auf einem prestigeträchtigen Sitz bei einer der gängigen Airlines
Platz nehmen darf (sei es am Anfang als Copilot oder später - nach vielen
tausend Stunden Flugerfahrung - als Flugkapitän) erst gar nicht versuchen,
zu überwinden. Das Studium der Luft- und Raumfahrttechnik ist mit
Sicherheit nicht als simpel zu bezeichnen, auch sind die physischen Tests
und Belastungen sowie andauernden Qualifikationstests nicht zu
unterschätzen, ganz abgesehen von einer grundsätzlichen körperlichen
Eignung zum Beruf (Sehvermögen, etc.)
Somit steht fest, dass von denen, welche irgendwann einmal "beschlossen"
haben, Pilot zu werden, nur ein kleiner Teil tatsächlich einmal diesen
Beruf ausübt.
Allen anderen bleibt aber heutzutage dank leistungsfähiger Hardware
(welche vergleichbar ist mit Supercomputern von vor zehn Jahren) sowie
immer ausgefeilteren Programmen für die Flugsimulation zumindest die
"Ersatzdroge" des virtuellen Piloten.
Als Spiel kann man die Flugsimulation wahrlich nicht bezeichnen. Jeder,
der sich zwischen einem echten Spiel und dem Flugsimulator entscheidet
("weil das ja auch mal ganz nett wäre, auszuprobieren ..."), wird diesen
wieder ins Regal verbannen, und zunächst sagen: "Irgendwie macht das
keinen Spaß ..." Richtig! Exakt so geht es jedem, der sich mit diesem
Thema nur sehr oberflächlich beschäftigt, ohne die unendlichen
Möglichkeiten zu kennen, die in einer solchen Simulation stecken.
Wer aber nach einer gewissen Zeit der Beschäftigung mit Navigation (VORs,
NDBs, ILS-Anflüge), den grundsätzlichen Gepflogenheiten und Abläufen an
Bord einer Linienmaschine und vielen anderen Dingen erstmals auf der
Runway 25R am Frankfurter Rhein/Main-Flughafen bei "echtem" (vom
Flugsimulator mit Zusatzsoftware in Echtzeit zu Verfügung gestelltem)
Wetter eine 747-400 gelandet hat, diese am richtigen Gate abgestellt hat,
während um ihn herum geschäftiges Treiben auf dem Vorfeld herrscht, den
wird das "Flusi-Fieber" packen. ("Flusi" = Flugsimulation)
Dies macht die Faszination aus, ebenso wie ein Transatlantikflug,
welcher von den ganz Hartgesottenen "selbstverständlich" ohne Veränderung
der Simulationsgeschwindigkeit auf Standard-Einstellung am Wochenende
durchgeflogen wird.
Man lernt im Laufe der Zeit immer mehr, wie der Alltag eines
Linienpiloten abläuft, und mancher langjährige virtuelle Pilot könnte (bei
entsprechendem Training) fast schon einen Linienjet starten, fliegen und
landen, was einige Versuche in Groß-Simulatoren der Airlines zeigen. Somit
ist der Realismus der am Markt erhältlichen Simulationen auch bewiesen.
Beispielsweise wird z.B. der Microsoft Flugsimulator beim amerikanischen
Militär als Trainingssoftware eingesetzt.
In den Anfängen der Flugsimulation auf Personal-Computern (erstmals auf
einem Apple Anfang der 80er-Jahre) bestand die "Runway" noch aus zwei
Strichen auf dem Boden, welche nur mit viel gutem Willen als Runway zu
erkennen waren, das Flugverhalten war eher der Belustigung der
Versuchspersonen dienlich, als daß hier ernsthaft von "Simulation"
gesprochen werden konnte. Die Entwicklung nahm ihren Lauf, und so wurden
mit jeder neuen Version des Flugsimulators von Microsoft (früher BAO,
Bruce Artwick Organisation) mehr oder weniger Meilensteine für immer mehr
Realismus - und daraus resultierend dem Gefühl, "mittendrin statt nur
dabei" zu sein - erreicht.
Wer sich heute z.B. einen Flugsimulator 2000 mit all seinen Features
(Wettererzeugung, Farbanzahl, vielen tausend mitgelieferten Flughäfen,
viele zehntausend Funkfeuer und andere Navigationshilfen, realistisch
wirkende Flugzeuge) einmal genauer ansieht, muss feststellen:
"Gigantisch!". Hätte man vor zehn oder fünfzehn Jahren publiziert, dass es
im Jahre 2000 möglich sein wird, unter Echtzeitbedingungen am heimischen
PC eine Boeing 757 von Frankfurt nach Palma de Mallorca zu fliegen, mit
dem Gefühl, tatsächlich zu fliegen, der wäre vermutlich für verrückt
erklärt worden. Dies sind die Errungenschaften, welche es so spannend
machen, hier dabei zu sein.
Denn - machen wir uns nichts vor - mit einer Boeing im Wert von
$200.000.000 (ja, es sind zweihundert Millionen US-Dollar für eine
747-400) werden die meisten wohl nie in Ihrem Leben in Berührung kommen -
es sei denn, als Fluggast, kaum jedoch als Pilot.
Zusätzlich hat sich in den vergangenen Jahren (nicht zuletzt durch das
rasante Wachstum des Internet) eine weltweite Gemeinde von
Flugsimulations-Begeisterten etabliert, welche in der Zwischenzeit eine
riesige Anzahl an hochwertigsten Freeware-Produkten (für alle, die neu
sind: Freeware ist Software, welche zwar einem Copyright unterliegt,
jedoch für private, nicht-kommerzielle Verwendung heruntergeladen und
verwendet werden darf) hervorgebracht hat.
Einige Ausgewählte dieser Freeware-Programme findet man zum Beispiel
auch hier auf der flugsimulator.de zum Download. Die weltweit
unangefochtene Nummer Eins ist nach wie vor die flightsim.com mit einem
durchschnittlichen täglichen Downloadvolumen von circa 50 Gigabytes (Stand
09/2000) - dies entspricht der Kleinigkeit von mehr als 35.000
HD-Disketten pro Tag bei einer insgesamten Dateianzahl von mehr als
34.000. Mehr braucht man hierzu wohl nicht mitteilen...
Ebenfalls haben sich in den vergangenen Jahren einige Firmen etabliert,
welche kommerzielle "Add-On's" (Zusätze) zum Flugsimulator programmierten
und ständig weiterentwickelten. Einige wenige wichtige seien hier ohne
Anspruch auf Vollständigkeit erwähnt: Wilco Publishing (Airport
2000-Reihe, Pilot in Command), Aerosoft (German Airports-Reihe und
unzählige andere erstklassige Add-On's in erster Linie aus dem
Szenerie-Bereich), Phoenix Simulations (777-200, 747-400, A340 sowie
andere hochwertige Add-On's).
Als Basis für den Einstieg in die Welt
der Flugsimulation benötigt man einen leistungsfähigen PC samt Joystick
und Soundkarte, möglichst einen Monitor ab einer Auflösung von 1024x768
Bildpunkten sowie den
Microsoft Flugsimulator
2004 oder auch neuere Kandidaten wir den
Microsoft Flugsimulator X, der die Basis darstellt für viele möglichen
Erweiterungen. Was hier alles möglich ist, kann man auch als Gast im
Forum der
flugsimulator.de nachlesen.
Die Symbiose aus Freeware- und
kommerziellen Add-On's hat bisher (abgesehen von einigen
Lizenzstreitereien)
im Großen und Ganzen ganz gut funktioniert, so dass hier durchaus von
gegenseitigem Respekt gesprochen werden
darf. Die Flusi-Gemeinde hat bisher gut zusammengehalten und wird dies
hoffentlich in Zukunft auch weiterhin tun,
mit einem gemeinsamen Ziel: Sich vom faszinierenden Hobby der
Flugsimulation fesseln zu lassen.
In diesem Sinne
Many happy landings!
Oliver Lehmann
info@flugsimulator.de
Stuttgart - Germany -
(C)opyright 2000-2007 |